Vinoba / Fragmente einer Vision
3. Gewaltlosigkeit und Organisation
Warum habe ich alle Institutionen verlassen?
Ich liebe Einsamkeit. Aber im Gefängnis hatte ich Kontakt mit allen möglichen Menschen. Ich fand, jede Gruppe oder Partei hatte im gleichen Ausmaß sowohl gute als auch schlechte Menschen in ihren Rängen. So kam ich zu dem Schluss, dass ich diesen guten Menschen dienen sollte, ohne irgendeiner Partei oder Institution beizutreten. Nach meiner Entlassung brachte ich diese Idee Gandhiji vor. Er sagte, in seiner charakteristischen Sprache: “Ich verstehe was du meinst. Du wirst dienen, aber ohne alle Posten und Ehren. Das ist okay.” Ich bin dann aus allen Institutionen, denen ich zugehörig war, ausgetreten. Das war schmerzhaft, weil sie mir teuer waren; für Jahre strebte ich danach, ihre Ziele zu erfüllen. Aber ich empfand auch Erleichterung. Ich würde diesen Institutionen auch weiterhin helfen, aber ich wollte frei sein um der Entwicklung der Gewaltlosigkeit willen.
Die Verbindung mit einer Organisation beschränkt und konditioniert unser Denken und dient der Suche nach Gewaltlosigkeit nicht. Für neue Erforschungen ist Objektivität ein Muss. Ein Mitglied einer Organisation kann eine solche Objektivität nicht haben, auch wenn er eine Menge Arbeit leisten mag. Mit einem konditionierten Verstand kann man keine neuen Entdeckungen machen.
Wenn wir nach Organisation streben anstatt uns mit der freien Verbreitung von Ideen zu befassen, beschränken wir uns auf einen kleinen Kreis. Aber das will ich nicht. Träger von Khadi und Nicht-Träger von Khadi (handgesponnenes, handgewebtes Tuch), Trinker und Abstinenzler - sie alle gehören zu mir und ich gehöre zu ihnen. Ich will mich mit allen identifizieren. Das ist nicht möglich wenn ich innerhalb der Grenzen einer Organisation bin.
Heutzutage scheinen viele daran interessiert zu sein, Menschen zu organisieren, anstatt menschliche Herzen aufzuwecken. Aber man kann nur Güter organisieren, keine Menschen. Menschen kann man bilden. Wenn wir danach streben, menschliche Wesen zu organisieren, behandeln wir sie wie Waren. Dadurch begrenzen wir die Verbreitung von Ideen, statt sie zu befördern.
Wenn ich jedoch davon überzeugt wäre, dass jede Institution unweigerlich ein Element von Gewalt in sich trägt, dann hätte ich anderen auch dazu geraten, sich von aller Institution fernzuhalten. Aber das ist nicht der Fall. Wir sind zum Beispiel davon überzeugt, dass Waffen unweigerlich mit Gewalt verbunden sind; aber ich bin nicht zu dem Schluss gekommen, dass jede Institution notwendigerweise mit Gewalt verbunden ist. Einzelne haben etwas Gewalt in sich, aber wenn zwei gute Individuen zusammenkommen wird die Gewalt in beiden reduziert.
Wenn wir jedoch eine Institution gründen, gebunden an eine gewisse Disziplin, gegen die zu verstoßen zu Disziplinarmaßnahmen führt, darin liegt eine Möglichkeit für Gewalt. Aber wenn jemand frei ist ihr beizutreten oder auch nicht, ist das eine andere Sache. Wenn jemand einer Institution aus eigenem, freien Willen beitritt und dennoch ihre Disziplin missachtet, kann die Institution rechtmäßig gegen ihn vorgehen. Aber wenn Disziplin an sich nicht vorhanden ist, gibt es keine Frage von Gewalt.
Mängel und Begrenzungen
Die Gesellschaft sollte richtig organisiert sein. Aber diese Organisation sollte natürlich sein wie eine Familie. Wenn Leute um sektiererische Betrachtungen zusammenkommen, wird ihre Fähigkeit, Gutes zu tun, sich nicht weiterentwickeln. Wenn sie aber in einem brüderlichen Geist zusammenkommen, einen Menschen für wichtiger halten als seine Meinungen und die innere Einstellung für wichtiger als äußere Aktionen, einen Menschen allein als Menschen betrachten, dann steigt die Fähigkeit, Gutes zu tun. Ich kenne viele Institutionen, die mit hochragenden Zielen gegründet wurden, aber letztendlich schlichen sich Makel ein. Dann folgt Zersplitterung.
Ich habe darum mehr Vertrauen darin, Wahrheit zum Ausdruck zu bringen, als in Organisationen. Es ist nicht so, dass Organisationen immer unnötig wären; wenn ein Mann sich an die Wahrheit hält, wird die nötige Organisation schon von selbst Gestalt annehmen. Aber absichtliche Gründung von Organisationen beschränkt unsere Vision.
Kraft liegt nicht in Organisation, sondern in Wahrheit. Sarvodaya erkennt das. Es unterliegt nicht der Illusion, eine Organisation von Schwächen könnte Stärke zur Folge haben. Eine solche Idee ist eine Flucht von trägen Geistern in Fantasie. Würde die Ansammlung von Krankheiten Gesundheit zur Folge haben, bräuchte es keine Medizin, noch Ärzte, noch nahrhafte Nahrung.
So wie ein Mensch einen Körper und eine Seele hat, hat auch eine Institution einen Körper und eine Seele. Ihre Seele sind die Prinzipien ihrer Gründung. Diese Seele sollte sich stets weiter entwickeln. Körper und Institution - beide können hilfreich sein und beide können Hindernisse sein. Es braucht Scharfsinn, um sie hilfreich zu machen. Im Hinblick auf die äußerliche Struktur sollte man auf nichts beharren, aber am Fundament muss man unverrückbar festhalten.
Lokale, kleine Organisationen müssen wir nicht ausschließen. In solchen Organisationen würde jeder Einzelne alle anderen Mitglieder kennen. So gibt es wenig Raum für Heuchelei und Eitelkeit. Solche Organisationen können und sollten dann aufgelöst werden, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben.
Gewaltlose Organisation
Eine gewaltlose Organisation wäre von ganz anderer Art; so anders, dass es eine Fehlbezeichnung wäre, sie ‘Organisation’ zu nennen. In einer gewaltlosen Organisation wird ein Rat gegeben. Diejenigen, bei denen er Anklang findet, folgen ihm - und folgen ihm entschlossen - weil er Anklang bei ihnen fand und ihnen nicht aufgezwungen wurde. Das schafft eine starke Organisation. In anderen Organisationen wird nicht Rat, sondern Befehl gegeben, dem zu gehorchen ist. Dann kann man nicht sagen, dass der Befehl mit voller Überzeugung befolgt wird. Der Gehorsam ist natürlicherweise halbherzig. Wird der Befehl missachtet, folgt eine Disziplinarmaßnahme. So funktionieren Organisationen üblicherweise. Meine Idee ist dem diametral entgegengesetzt. Eine gewaltlose Organisation kann stark sein, wenn die Ratgeber weise sind; sie folgen ihrem eigenen Rat und sind fähig andere von der Richtigkeit ihres Rates zu überzeugen. Gewaltlosigkeit sollte zeigen, dass die natürliche Organisation, die durch sie geschaffen wird, stärker ist, gerade weil sie natürlich ist und nicht absichtlich geformt wird. Das ist der Test der Gewaltlosigkeit.
Pyarelalji hat Gandhiji zitiert in seinem monumentalen Werk ‘The Last Phase’ (Die Letzte Phase): Organisation ist der Test der Gewaltlosigkeit. Ich würde das Wort ‘Planung’ anstelle von ‘Organisation’ bevorzugen. Wir sollten verstehen, was Gandhiji hier sagen will. Manche Leute denken, Gandhiji wollte hier die Wichtigkeit einer Organisation andeuten. Aber was Gandhiji sagen will ist, dass Gewaltlosigkeit niemals eine Organisation in derselben Weise aufbauen kann, wie die Gewalt das tut. Äußere Hilfsmittel, die der Gewalt zur Organisation zur Verfügung stehen, stehen der Gewaltlosigkeit nicht zur Verfügung. In der Gewaltlosigkeit können keine Befehle gegeben werden, keine Strafen verhängt, keine Zwangsmaßnahmen erlassen, keine Abwerbungen veranlasst, keine Medaille offeriert. Aber stattdessen muss die Gewaltlosigkeit einen Plan haben, um sicherzustellen, dass wenn eine Entscheidung getroffen wurde, die Menschen sie definitiv akzeptieren. Da der Rat von ganzem Herzen akzeptiert wurde, wird die Ausführung sehr viel effektiver sein als die Ausführung eines Befehls in einer gewaltsamen Organisation. Obwohl die Akzeptanz des Rats freiwillig ist, sollte es in Wirklichkeit sehr viel verpflichtender sein, ihn zu befolgen als einen zwingenden Befehl. Das was freiwillig ist, ist oft wesentlich. Wasser zu trinken ist freiwillig und doch trinken es die Leute ausnahmslos.
Eine gewaltlose Organisation wird zeigen müssen, dass das, was freiwillig ist, bewusster ausgeführt wird, als das, was erzwungen wird. Wenn ich darüber nachdenke, wie das möglich sein könnte, erinnere ich mich an Jesus Wort: Sei schnell guten Willens mit deinem Widersacher (Matthäus 5,25). Gewaltlosigkeit sollte einem die Fähigkeit verleihen, sich auf andere einzustimmen.
Mein Einspruch gegen Organisation bedeutet nicht, dass keine abgestimmte Aktion nötig wäre. Der wahre Test der Gewaltlosigkeit ist, dass sie fähig sein sollte, während völliger Freiheit im Handeln, mehr und bessere Disziplin zu zeigen, als sie in Organisationen zu sehen ist, die auf Gewalt basieren. In Wirklichkeit ist Gewalt nicht machtvoll an sich. Vorkämpfer der Gewalt entwickeln Geschick im Aufbau von Organisationen. Sie errichten eine stabile Struktur. Und durch diese Struktur wird der Gewalt die Kraft eingeflöst, die ihr eigentlich mangelt.
Das Prinzip der Einstimmigkeit in der Entscheidungsfindung ist die äußere Planung, während die innere Planung darin besteht, das Ego zu überwinden. Wenn wir diese beiden Dinge im Sinn behalten und entsprechend handeln, werden wir in der Lage sein, eine gesunde und wirkungsvolle gewaltlose Organisation aufzubauen.
Individuum gegenüber Organisation
Ich glaube an Individuen, nicht an Organisationen. Ein Individuum ist voll von Bewusstsein und Lebendigkeit, eine Organisation nicht. Ein Individuum kann aufrüttelnde Macht haben; eine Organisation hat das nicht. Eine Organisation kann nur dann zu einem “Machtzentrum” werden, wenn Individuen ihr solche Macht einflößen. Organisationen können der Welt nicht zum Wohl gereichen; sie können ihr Wohlergehen eher behindern. Sie können keine Revolutionen auslösen. Buddha kann eine Revolution auslösen, nicht die Sangha. Christus kann eine Revolution auslösen, nicht die christliche Kirche. Shankaracharya kann eine Revolution auslösen, nicht die Klöster, die er gegründet hat. Gandhiji kann eine Revolution auslösen, nicht Gandhijis Ashrams. In der Tat, eine etablierte Organisation mag vor Revolution zurückschrecken; denn sie kann nicht gegen die öffentliche Meinung vorgehen.
Revolutionen sind mantrisch (inspiriert von Vision) und nicht tantrisch (mechanisch).
Freiheit von institutionellen Strukturen
Als Gramdan (Dorfschenkung) zunahm, erdachte ich den revolutionären Schritt, alle Förderung, die aus eigenem Antrieb vom Gandhi Smarak Nidhi ausging, einzustellen und alle Bhudan Kommittees aufzulösen, um Bhudan (Landschenkung) zu einer Volksbewegung zu machen (1956). Jede Partei will ihre Organisation stärken, aber wir taten das Gegenteil. Ein zukünftiger Historiker, der über die Geschichte bedeutsamer Ideen schreibt, wird diese Ideen, nidhi-mukti (Befreiung von Finanzmitteln oder Kapital) und tantra-mukti (Befreiung von institutionellen Strukturen oder Organisation), hervorheben.
Eine Organisation und eine Bewegung, beide sind bestimmt, Ideen zu verwirklichen. Aber es gibt einen grundlegenden Unterschied. Eine Bewegung, wenn richtig geführt, kann der Verwirklichung von Ideen dienlich sein, während eine Organisation einen Götzendienst an den Ideen fördern kann. Wird die Bewegung nicht richtig geführt, kann sie die Ideen verfälschen. Aber eine Organisation, selbst wenn sie gut geführt wird, wird im Laufe der Zeit zu einer regelgebundenen Struktur und verliert die Betonung auf den grundlegenden Prinzipien.
Ich halte dafür, dass es besser ist, rechtschaffene Ideen in die Luft zu streuen. Werden sie in die Erde gesät, werden sie zu einem Baum heranwachsen. Aber nur wenige können im Schatten eines Baumes sitzen. Sein Nutzen ist begrenzt. Aber eine Idee, die man in der Atmosphäre ausstreut, berührt jedes Herz und fliegt weit und breit. Ohne dies kann eine friedliche Revolution nicht stattfinden.
Wieso der Verlust an Lebendigkeit?
Wir finden, dass es vielen unserer Institutionen heute an Lebendigkeit fehlt. Institutionen, wie die Klöster die Shankaracharya begründet hat, haben viel von ihrem Glanz verloren, und doch haben sie es geschafft für hunderte von Jahren zu überleben. Sie hatten etwas, das sie erhalten hat. Wieso ist das mit unseren Institutionen nicht so? Unsere Institutionen siechen vor unseren Augen dahin. Wieso haben sie keine beständige Energiezufuhr?
Tief in die Gründe hiervon eintauchend, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das an einem Mangel an philosophischer Tiefe liegt. Darum wird unsere Gemeindearbeit in kürzester Zeit wieder auf gewöhnliche, private Aktivität reduziert. Wie ein jeder an sein Brot kommt wird zur größten Sorge. Wir dringen nicht zur Grundursache des Leidens vor. Wir verfangen uns in äußerer Arbeit und übersehen die Verpflichtung zu fundamentalen Prinzipien. Wenn darum der Gründer geht, verfällt die Institution in kurzer Zeit.
Finanzielle Unterstützung
Wir glauben an den Wert von Besitzlosigkeit auf individuellem Level, aber nicht für Institutionen. Manche Leute würden um eines Einzelnen willen keine Gewalt verüben, aber hätten kein Problem damit, Gewalt zu verüben für die Verteidigung der Gesellschaft oder Nation. Im Hinblick auf die Ansammlung von Geld haben wir dieselbe Einstellung.
Nach Gandhijis Weggang habe ich realisiert, dass unsere Institutionen nicht mit der Unterstützung von Geld arbeiten sollten, wie sie es bisher getan haben. Die Zeit hat sich geändert. Jetzt sollte Geld im größtmöglichen Ausmaß vermieden werden. Zum Gedenken an Gandhiji wurde ein Gedächtnisfonds (Gandhi Smarak Nidhi) eingerichtet. Aber ich fühle, dass ein solcher Fonds der Bewahrung von Gandhijis Gedenken eher schaden als helfen kann. In den Schriften steht, [lmÕmÞ§Z^j`oV²] (Man sollte nicht die Nahrung essen, die im Gedenken an eine verstorbene Person gereicht wird). Wenn wir unsere Institutionen mit der Unterstützung solcher Fonds betreiben, können unsere Institutionen, von denen wir erwarten, dass sie zu Gramswaraj führen, keinen Glanz und Lebendigkeit haben.
Manche Programme wie der Dienst an den Leprakranken brauchen Geld. Aber im Allgemeinen sollte nicht Geld, sondern Arbeit die Unterstützung für unsere Institutionen und Arbeiter sein. Spenden sollten nur in Form von freiwilliger Arbeit angenommen werden.
Für unsere Programme mögen wir die Hilfe der Regierung oder von Fonds annehmen, aber zumindest der Lebensunterhalt unserer Arbeiter sollte nicht von solchen Quellen abhängen. Wir können Hilfe von der Regierung bekommen. Aber ich sehe Gefahr darin. Die Schriften missbilligen die Nahrung von Königen. Pandit Nehru hat einmal bemerkt, es sei seine Pflicht, einen guten Zweck zu unterstützen. Aber er fügte hinzu: “Es fällt auf, dass solche Hilfe die Arbeit glanzlos macht. Die Regierung kann Hilfe nicht verweigern, denn es ist ihre Pflicht, guten Zwecken zu dienen.” Ich stimmte ihm zu.
(In dieser Hinsicht machte Vinoba zahlreiche Vorschläge, einschließlich der Idee der Sarvodaya Patra (Sarvodaya Schale), die an späterer Stelle behandelt wird. 1973 machte er den folgenden Vorschlag.)
Upavas-dan (Geschenk nach dem Fasten)
Wenn unsere Arbeiter, Freunde und Unterstützer an einem Tag im Monat fasten würden und den so gesparten Betrag für Sarvodaya Arbeit spenden würden, wäre das eine große Errungenschaft. Eine solche Spende hat drei Vorteile. Erstens, wer fastet hat einen spirituellen Vorteil, indem er den Tag in Reflexion und Selbstbeobachtung verbringt. Er kommt Gott näher. Das Wort ‘upavas’, in der Tat, bedeutet wörtlich näher bei Gott zu stehen. Der zweite Vorteil ist körperlich. Naturheilkundige empfehlen regelmäßiges Fasten. Einmal im Monat zu fasten wäre sicherlich vorteilhaft. Der dritte Vorteil ist, dass eine solche Spende rein und heilig wäre. Darum ist es wahrscheinlich, dass sie vernünftig genutzt würde. Sie würde nicht unverantwortlich vergeudet.
Bisher haben wir Spenden freigebig von jedem akzeptiert und jeden Betrag. Ich denke nicht, dass das falsch war. Aber jetzt sollten wir reine Mittel vorziehen und anstreben, um unsere Aktivitäten zu finanzieren.
Keine Führerschaft
Im kommenden Zeitalter wird es keine Führer geben. Nicht dass neue Führer die alten Führer ersetzen werden; das kommende Zeitalter wird frei sein vom Führerschaftsprinzip an sich.
Die Menschen erhalten zwei Dinge von Führern; sie erhalten spezielle Anleitung von ihnen und lernen von ihnen, ein diszipliniertes Leben zu führen. Beides ist nötig für die Gesellschaft. Aber Führer werden im kommenden Zeitalter nicht dafür nötig sein. Um das zu verstehen, müssen wir die Natur des Zeitalters der Wissenschaft begreifen.
Im Zeitalter der Wissenschaft werden Menschen Wissen höher bewerten als Nahrung. Dieses Wissen wird ihnen geben, was ihnen jetzt die Führer geben. Da die Menschen zusammenarbeiten werden, werden sie untereinander ausgleichen, was ihnen fehlt. Dadurch werden verschiedene Qualitäten zusammenkommen und die Funktion von Führern ausüben.
Was heißt schließlich Führerschaft? Im göttlichen Plan hat jeder Mensch die ein oder andere Qualität. Niemand hat alle Qualitäten und niemand ist völlig ohne Qualität. Aber manche Individuen, die eine ganze Menge wichtiger Begabungen wie Wissen, Wahrhaftigkeit, Unternehmungsgeist und Weitsicht haben, steigen auf und werden Führer. Aber im neuen Zeitalter werden die Menschen nicht in Isolation leben. Sie werden als Teil von Gemeinschaften leben. Und die Verdichtung ihrer Qualitäten wird als Führer dienen.
Ich prophezeie, dass alle Organisationen unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen werden. Im Zeitalter der Wissenschaft werden ihre Fundamente untergraben. Dann werden nur zwei Wesen existieren: Das Individuum und das Universum.
Die Unterordnung unter einen Einzelnen sollte der Unterordnung unter eine Organisation weichen, und Letztere sollte eines Tages der Unterordnung unter Prinzipien weichen. Das ist was der Buddhismus anordnet: [~wÕ§–eaU§-JÀN>m{Ÿ&-g§K§-eaU§-JÀN>m_Ÿ&-Yå§-eaU§-JÀN>m{_Ÿ&]
Nicht kollektive Führerschaft sondern kollektive Dienerschaft ist, was heute gebraucht wird. Ich habe das ganasevakatva genannt. Es bedeutet das Involviertsein aller in den Entscheidungsprozess und Zusammenarbeit in der Verwirklichung von Einigkeit (Konsens), mit vollem Verständnis der eigenen Rolle und Funktion.
Nicht Führerschaft, sondern ganasevakatva kann eine gewaltlose Revolution bewirken.